Grußwort der Präsidentin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

vor uns liegt das Sommersemester mit vielen spannenden Aktivitäten und Veranstaltungen, von denen einige in diesem Newsletter näher beschrieben sind. Ich freue mich besonders, dass das Göttinger Symphonie Orchester dieses Jahr wieder ein Konzert für die Universität gibt, zu dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch interessierte Studierende eingeladen sind.

Die Ausstellung on/off am Wilhelmsplatz erklärt, wofür Stefan Hell seinen Nobelpreis bekommen hat, zeigt aber auch, wie Erkenntnisse generell gewonnen werden und wie das Wissenschaftssystem „tickt“. Diese Ausstellung ist noch bis 28. Mai zu sehen und wird am 30. Juni von einer Ausstellung in der Paulinerkirche zum 275. Geburtstag des Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg abgelöst.

Am 3. Mai gedenken wir mit einer Veranstaltung der „Göttinger Erklärung“, mit der sich vor 60 Jahren 18 Atomphysiker gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik gewehrt haben. Solches Einmischen der Wissenschaft in gefährliche politische Entwicklungen ist heute aktueller denn je – in einer Zeit, in der die Welt unsicherer geworden ist und wir in der Politik eine Abkehr von der Vernunft sowie eine gefährliche Abwendung von realen Fakten beobachten. Die Universitäten müssen ihr Wissen nutzen, um Fehlentwicklungen anzumahnen und den „fake news“ evidenzbasierte Fakten und Erkenntnisse entgegenzuhalten. Das Thema der Verantwortung der Wissenschaft werden wir auch im Wintersemester mit der Tagung „Wissenschaft für Frieden und Nachhaltigkeit“ (17. bis 19. November) wieder aufgreifen.

Mit dem gleichen Ziel, nämlich dem Sichtbarmachen der Bedeutung von Wissenschaft für die Gesellschaft, werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt am 22. April auf die Straße gehen. Dieser „March for Science“ ist eine Reaktion darauf, dass in vielen Ländern die Abschaffung der akademischen Freiheit droht und die Autonomie von Universitäten einer staatlichen Kontrolle weichen muss. Die Universität Göttingen und ich persönlich unterstützen diese Aktivitäten. Ich hoffe, dass ich viele von Ihnen am 22. April beim „March for Science“ treffen werde, um gemeinsam ein Zeichen gegen eine zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit zu setzen.

Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der heutigen Gesellschaft, was sind unsere Werte an der Universität Göttingen und was können wir mit unserem Wissen gegen Kriege und Terrorismus tun? Diese Fragen würde ich gerne mit Ihnen in diesem Sommer diskutieren, wo immer wir Gelegenheit dazu haben. In diese Diskussion möchte ich unbedingt die Studierenden einbinden und wünsche mir, dass Sie in Ihren Lehrveranstaltungen wo möglich diese Frage aus der Sicht Ihres Faches auch diskutieren.

Viele von Ihnen haben dazu beigetragen, dass die Universität Göttingen am 3. April mit sechs Clusterskizzen in den bundesweiten Exzellenzwettbewerb gehen konnte. Die Themen der Cluster sind transdisziplinär angelegt und nicht nur wissenschaftlich hochinteressant, sondern haben auch zum Teil eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Mein Dank geht an alle diejenigen, die als Forschende oder mit koordinierenden oder unterstützenden Funktionen zu diesen Anträgen beigetragen haben. Es sind wirklich gute Anträge und wir müssen jetzt alle die Daumen drücken, dass sie sich in dem sicher auch sehr guten nationalen Bewerberfeld durchsetzen. Am 28. September dieses Jahres erfahren wir dann, welche der Cluster zur Erstellung eines Vollantrags aufgefordert werden. Diese zweite Antragsrunde entscheidet sich im September 2018 und nur, wenn wir dann mit zwei Clusteranträgen erfolgreich waren, können wir im Dezember 2018 den Antrag auf den Status der Exzellenzuniversität stellen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Sommer und uns allen, dass wir es schaffen, den „Göttingen Spirit“ zu erhalten in der Forschung, in der Lehre und im sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Ihre

Ulrike Beisiegel